Methodenhandbuch: Konfliktanalyse des postdigitalen Zeitalters. Zwischen Gewalt und friedensfördernden Transformationspotentialen
Die Methode „Konfliktanalyse des postdigitalen Zeitalters: Zwischen Gewalt und friedensfördernden Transformationspotenzialen“ verbindet verschiedene methodische Ansätze: das Eisberg-Modell und die neun Stufen der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl. Dabei werden unterschiedliche Formen digitaler Gewalt, die ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung sowie Machtdynamiken thematisiert. Durch diese visuelle und systemische Verschränkung werden im postdigitalen Zeitalter Zusammenhänge zwischen dem Analogen und dem Digitalen sichtbar, die im Alltag häufig getrennt wahrgenommen werden. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass das postdigitale Zeitalter nicht nur ein sozialer Kommunikationsraum, sondern zugleich ein materieller und ökologischer Raum ist. Konflikte im digitalen Raum werden nicht isoliert verstanden, sondern als Teil komplexer Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Prozessen – einschließlich des menschengemachten Klimawandels. Zugleich eröffnet der Ansatz eine friedensorientierte Perspektive: Ziel ist der Abbau von Gewalt und die Entwicklung friedensfördernder Handlungsoptionen. Transformation wird dabei im Wechselspiel eines Mehrebenenmodells betrachtet – zwischen Mikroebene (individuelles Handeln und Kommunikation), Mesoebene (Organisationen, Institutionen, Plattformstrukturen) und Makroebene (gesellschaftliche, politische und globale Rahmenbedingungen). Die Methode soll einen Impuls bieten, um Machtverhältnisse, Eskalationsdynamiken sowie ökonomische, ökologische und soziale Verflechtungen kritisch zu reflektieren. Auf dieser Grundlage sollen Ansätze für nachhaltige, medienpädagogische und friedensbildende Praktiken entwickelt werden.