Methodenhandbuch: Konfliktanalyse des postdigitalen Zeitalters. Zwischen Gewalt und friedensfördernden Transformationspotentialen

Die Methode „Konfliktanalyse des postdigitalen Zeitalters: Zwischen Gewalt und friedensfördernden Transformationspotenzialen“ verbindet verschiedene methodische Ansätze: das Eisberg-Modell und die neun Stufen der Konflikteskalation nach Friedrich Glasl. Dabei werden unterschiedliche Formen digitaler Gewalt, die ökologischen Auswirkungen der Digitalisierung sowie Machtdynamiken thematisiert. Durch diese visuelle und systemische Verschränkung werden im postdigitalen Zeitalter Zusammenhänge zwischen dem Analogen und dem Digitalen sichtbar, die im Alltag häufig getrennt wahrgenommen werden. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass das postdigitale Zeitalter nicht nur ein sozialer Kommunikationsraum, sondern zugleich ein materieller und ökologischer Raum ist. Konflikte im digitalen Raum werden nicht isoliert verstanden, sondern als Teil komplexer Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Prozessen – einschließlich des menschengemachten Klimawandels. Zugleich eröffnet der Ansatz eine friedensorientierte Perspektive: Ziel ist der Abbau von Gewalt und die Entwicklung friedensfördernder Handlungsoptionen. Transformation wird dabei im Wechselspiel eines Mehrebenenmodells betrachtet – zwischen Mikroebene (individuelles Handeln und Kommunikation), Mesoebene (Organisationen, Institutionen, Plattformstrukturen) und Makroebene (gesellschaftliche, politische und globale Rahmenbedingungen). Die Methode soll einen Impuls bieten, um Machtverhältnisse, Eskalationsdynamiken sowie ökonomische, ökologische und soziale Verflechtungen kritisch zu reflektieren. Auf dieser Grundlage sollen Ansätze für nachhaltige, medienpädagogische und friedensbildende Praktiken entwickelt werden.

Let´s talk about: Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch

Warum spitzen sich Konflikte zu? Wann werden sie gewaltsam – und was bedeutet es, Krieg oder Flucht erleben zu müssen? Dieses Buch lädt dazu ein, Zusammenhänge zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und die eigenen Handlungsmöglichkeiten zu entdecken. Es zeigt, dass Konflikte zum Alltag gehören und – wenn sie konstruktiv geführt werden – auch Veränderungen ermöglichen können. Eine friedliche Zukunft beginnt im Kleinen und braucht das Engagement aller, in der Gesellschaft ebenso wie in der Politik. Mit interaktiven Übungen, Platz zum Eintragen, praktischen Tipps und Impulsen zum Mitmachen richtet sich das Buch an Jugendliche ab 12 Jahren. Als Teil der interaktiven Sachbuchreihe "Let’s talk about" des Ravensburger Verlags vermittelt es politische Themen lebensnah – in vier Kapiteln zu Krieg, Flucht und Migration, Frieden und Konflikt.

Zwischen Kolonialität und Pluriversalität: Ein dekolonial inspiriertes Methodenhandbuch für die Bildungs-, Friedens- und Konfliktarbeit

Das Methodenhandbuch verbindet theoretische dekoloniale Reflexion mit konkreten methodischen Impulsen für die Praxis. Ausgangspunkt ist die Frage: Wie kann Friedens- und Konfliktarbeit im sogenannten Globalen Norden dekolonial gedacht und gestaltet werden? Inspiriert von Audre Lorde: „The master’s tools will never dismantle the master’s house“ bietet die Publikation Impulse, wie koloniale Machtstrukturen reflektiert und thematisiert werden können. Ziel ist es, den „Werkzeugkasten“ (the tools) der Friedensarbeit kritisch zu überprüfen und zu erweitern.

Neben einem Glossar, einem Rahmentext der dekoloniale Theorien kondensiert, Impulse zur Gestaltung eines Braver Spaces und einer Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Weißsein und dekolonialen Perspektiven, bitetet das Handbuch Methodenbeschreibungen zu den Themenkomplexen:

  • Ice-Breaker, Check-Ins, Feedbackformate)
  • Gewalt
  • Macht und Unterdrückung
  • Krieg und Frieden
  • Adaptierte Methoden des Gesturing Towards Decolonial Futures Collective 

 

Unsichtbare Zeitlichkeit: Ein Gewalt-Analyserahmen für Friedenspraxis in Zeiten der Polykrise

Die wachsende Militarisierung und die allgegenwärtige Berichterstattung über Krieg prägen unseren Blick auf gewaltvolle Konflikte und deren Folgen − doch was bleibt dabei unsichtbar? Während Gewaltverständnisse im Kontext von Krieg oft auf akute Zerstörung fokussiert sind, entfalten sich viele Formen von Gewalt auch zeitlich versetzt und langsamer. Wir erweitern den Ansatz der »langsamen Gewalt« von Rob Nixon hier in zweierlei Hinsicht: Durch eine neue Analysekategorie der synchronen und asynchronen Gewalt und durch einen zeitlich und räumlich differenzierten Gewaltbegriff. Beides soll heutiger Friedenspraxis und -politik in Zeiten der Klimakrise neue konzeptionelle Impulse bieten.

Digital Streetwork als Strategie des Empowerments von Kindern und Jugendlichen im Netz

Kinder und Jugendliche müssen in digitalen Räumen wirksam vor Gewalt geschützt und zugleich zur Teilhabe befähigt werden. Dafür sind niedrigschwellige, altersgerechte Angebote erforderlich, die ihre Lebensrealitäten berücksichtigen und sie auch in Krisensituationen unterstützen. Kinderrechtliche Befähigung bedeutet in diesem Kontext mehr als nur Medienkompetenz, denn sie erfordert auch strukturelle Maßnahmen. 

Toolkit for Gender-Responsive Peacebuilding: A Guide for Systemic, Powersensitive Conflict Analysis

The toolkit is a collection of methods designed to inspire and support individuals and groups in developing 
individual and collective capacities for genderresponsive conflict analysis and gender-aware skills in peacebuilding.

 

Biess, Cora 2024: Toolkit for gender-responsive peacebuilding: An (internal) guide for systemic, powersensitive conflict analysis. Berlin: Berghof Foundation.

Forschungsethik und Kinderrechte Herausforderungen und Spannungsfelder der Forschung mit Heranwachsenden am Beispiel der informierten Einwilligung

Kinder stehen häufig im Fokus der Medienforschung, um Aufschluss über ihre Mediennutzungserfahrungen zu bekommen. Forschungsethisch stehen verschiedene Ziele, Werte und Methoden in einem Spannungsverhältnis: So können Partizipationsrechte von Kindern Schutzrechten (etwa Schutz vor Retraumatisierung bei Forschung zu belastenden Online-Erfahrungen) entgegenstehen. Medienforschung kann Kindern als gesellschaftlicher Gruppe dienen, aber einzelne teilnehmende Kinder beanspruchen und belasten (Forschungsziele vs. Kindeswohl). Kinder werden als Informant:innen der Medienforschung einbezogen, haben allerdings selten Einfluss auf unterschiedliche Aspekte des Forschungsprozesses (Objekte vs. Subjekte der Forschung). 

Beispielhaft untersucht der vorliegende Beitrag solche Spannungsverhältnisse anhand des Prozesses der informierten Einwilligung.

https://doi.org/10.21240/mpaed/60/2024.12.12.X

Mit Kindern über den Krieg sprechen - aber wie?

Im Zuge des digitalen Strukturwandels gewinnen soziale Medien für Heranwachsende zunehmend an Bedeutung – auch in der Auseinandersetzung mit Krieg. Junge Menschen aus Kriegsgebieten, sogenannte „Warfluencer“, teilen auf Plattformen wie TikTok ihre Erfahrungen und nutzen diese als eine Art digitales „Kriegstagebuch“. Gleichaltrige etwa in Deutschland erhalten so einen unmittelbaren Einblick in das Kriegsgeschehen – was ihre Empathie stärken, aber auch Ängste schüren oder (re-)traumatisierende Wirkungen haben kann. Welche Chancen und Risiken birgt dieser digitale Zugang zu Kriegserfahrungen?

Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt durch Stärkung von Kinderrechten und Gewaltprävention

Die zunehmende Mediatisierung von Kindheit verlagert kindliche Erfahrungswelten zunehmend ins Digitale – oft ohne ausreichende Begleitung. Kinder und Jugendliche bewegen sich online nicht nur selbstbestimmt, sondern auch verletzlich.
Wie kann Internetkommunikation für Heranwachsende sicherer, partizipativer und kindgerechter gestaltet werden? Und wer trägt die Verantwortung dafür?

Der Beitrag beleuchtet aktuelle Erkenntnisse aus der Sicherheitsforschung und zeigt, wie Kinderrechte im Zusammenspiel mit Friedensbildung gestärkt werden können. Im Fokus stehen kindzentrierte Ansätze, die digitale Schutzräume schaffen und gleichzeitig die Teilhabe und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen fördern.

Konfliktsensible Netzwelt? Für eine Transformation des digitalen Raums

Durch den digitalen Strukturwandel hat sich das Zusammenleben von Menschen massiv verändert. Auch wesentliche Dimensionen der Sozialisierung vieler Menschen finden mehr und mehr online statt. Damit verbunden ist auch die Austragung von Konflikten. Die digitale Welt ist also ein Konfliktkontext. Die interaktiven Kommunikations- und Dialogräume der digitalen Plattformen bieten einerseits Chancen für Partizipation, Vernetzung und Inklusion, andererseits sind sie der Ort neuartiger Gewaltphänomene und können Konfliktdynamiken befeuern. Wie kann der digitale Raum machkritisch und diskriminierungssensibel gestaltet werden?

Reflexions-und Arbeitshilfe für rassismus-und diskriminierungssensible Veranstaltungen

Veranstaltungen sind keine macht- oder diskriminierungsfreien Räume – koloniale Kontinuitäten und gesellschaftliche Ungleichheiten wirken auch hier weiter.
Die vorliegende Reflexionshilfe unterstützt Veranstalter*innen dabei, rassismus- und diskriminierungssensible Formate zu gestalten. Im Fokus steht nicht Schuld oder Scham, sondern die Entwicklung einer privilegienbewussten Haltung und eines selbstreflexiven Umgangs mit Diskriminierung.

Konkrete Fragen geben Impulse für die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Veranstaltungen. Ergänzt wird das Angebot durch Hinweise zum Safe(r) Space-Konzept sowie Druckvorlagen für Triggerwarnungen und einen Verhaltenskodex – flexibel einsetzbar und kontextsensibel anpassbar.

Toolkit for racism-and discrimination-sensitive events

Events are not free from power dynamics or discrimination – colonial continuities and social inequalities persist in these spaces as well.
This reflection guide supports organizers in designing event formats that are sensitive to racism and discrimination. The focus is not on blame, guilt, or shame, but on fostering a privilege-aware mindset and a self-reflective approach to discrimination.

Concrete questions offer impulses for planning, implementing, and following up on events. The guide is complemented by notes on the Safe(r) Space concept as well as printable templates for trigger warnings and a code of conduct – adaptable to different contexts and needs.

Respecting children`s rights in research ethics and research methods

Digital environments open up new opportunities for children worldwide – from access to education and information to social participation and play. At the same time, the lack of regulation and protection mechanisms leaves them vulnerable to risks such as harmful content, inappropriate contact, or exploitative behavior online.

This contribution explores the tension between the right to protection and the right to participation, and argues for the need for new research ethics approaches that not only study children, but actively include their perspectives in the research process.

https://doi.org/10.1080/17482798.2023.2235815

Befähigung durch Digital Streetwork. Stärkung von Kinder(rechte)n auf Social Media

Kinder sind in digitalen Räumen zunehmend mit Gefahren wie Cybermobbing, Hassrede, Selbstgefährdungstrends, Desinformation oder Sexting konfrontiert. Aus kinderrechtlicher Sicht braucht es deshalb Schutz – aber ebenso die Förderung von Teilhabe und digitaler Selbstbestimmung.

Diese Publikation zeigt, wie ein kinderrechtlich fundiertes Konzept von Digital Streetwork aussehen kann. Anhand konkreter Beispiele wird aufgezeigt, wie Fachkräfte aus Prävention und Beratung in digitale Unterstützungsstrukturen eingebunden werden können. Im Zentrum steht dabei die Lebenswelt der Kinder: ihre Mediennutzung, ihre Kommunikationswege – und die Frage, wie ihnen auf Social Media niedrigschwellig Unterstützung und Orientierung angeboten werden kann.

 

http://hdl.handle.net/10900/146888 
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1468889 
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-88229 

Friedenspädagogischer Comic für Kinder: Warum gibt es Krieg?

Wie können wir mit Kindern über Krieg sprechen? Warum gibt es Krieg und wie können Kinder Frieden schaffen?
Die tatsächlich gestellten Fragen von Kindern auf frieden-fragen.de dienen als Ausgangspunkt für den Comic. Die Friedenstaube geht mit den Kindern Amar und Kim ins Gespräch über Krieg, Konflikt und Frieden.
Kapitel 1: Warum gibt es Krieg?
Kapitel 2: Kinder im Krieg
Kapitel 3: Krieg und Social Media
Kapitel 4: Frieden schaffen in der Klasse
Kapitel 5: Kinder als Friedensmacher*innen

Der Ukraine-Krieg auf TikTok - eine friedenspädagogische Einordnung

Wie könnte ein Wiederaufbau in der Ukraine aussehen? Ukraine's Future Voices
Mehr als 20.000 junge Ukrainer*innen haben sich an der SHL Online-Konsultation beteiligt und ihre Vorstellungen für ein Leben nach dem Krieg eingebracht.
In meinem Beitrag analysiere ich die friedensfördernden Potenziale – aber auch die konfliktverschärfenden Risiken – der Nutzung von TikTok im Kontext des Krieges.

Die Publikation ist kostenlos auf Deutsch, Englisch und Ukrainisch zum Download bereit.

SIKID: Sicherheit für Kinder in der digitalen Welt: Regulierung verbessern, Akteure vernetzen, Kinderrechte umsetzen

Heranwachsende sind eine besonders verletzliche und schutzbedürftige Gruppe. Ein Drittel der Internetnutzenden weltweit ist jünger als 18 Jahre. Oft gelangen Kinder und Jugendliche verfrüht und nicht ausreichend begleitet in die digitalen Welten und werden mit diesen überfordert. Kinder konsumieren heute nicht nur Medien, sondern kreieren Inhalte und interagieren in Spielen, Chats und Sozialen Medien, ohne die Folgen ihres Online-Handelns sicher abschätzen zu können. Der Artikel zeigt auf, welche Sicherheitsgefährdungen für Kinder in der Onlinekommunikation bestehe, und was Jugendschutzkonzepte für das Internet verbunden mit einem kinderrechtlichen Ansatz bedeuten.

Konfliktsensibilität machtkritisch gestalten

Konfliktsensibilität spielt in der Friedensarbeit und für eine konstruktive Konfliktbearbeitung eine bedeutende Rolle. Häufig wird Konfliktsensibilität mit dem Qualitätsstandard »Do No Harm« definiert, das jedoch keine macht- und herrschaftskritischen Perspektiven auf die eigene Intervention in Konflikte enthält. Könnte eine machtkritische Reformulierung helfen, koloniale Kontinuitäten sowie das Zusammenspiel von Privilegierungen und Diskriminierungen besser erkennbar und transformierbar zu machen? Kann so eine strukturell gewaltärmere Konfliktsensibilität geschaffen werden?

Krieg und Frieden auf Social Media: Herausforderungen für die Friedensbildung

Der enorme Digitalisierungsschub der Gesellschaft ist in aller Munde. Überdeutlich lässt er auch Leerstellen in digitalen Ansätzen der Friedensbildung zu Tage treten. Inzwischen ist die Rede von einer »digitalen Transformation«, Kinder und Jugendliche wachsen zunehmend in einer mediatisierten Welt auf. Doch welche Auswirkungen haben digitale Konfliktdynamiken und Gewalt in der Onlinekommunikation auf Kinder? Mit welchen Repräsentationen von Kriegsinhalten werden Kinder auf Social Media konfrontiert? Der Beitrag leistet eine erste Einordnung und gibt Impulse, wie neue digitale Formate der Friedensbildung verbunden mit einer kinderrechtlichen Perspektive aussehen könnten.

Zwischen Fürsorge und Forschungszielen. Ethische Leitlinien für die Forschung mit Kindern zu sensiblen Themenbereichen

Das forschungsethische Konzept schafft die Grundlagen für eine ethisch reflektierte Forschung mit Kindern in sensiblen Themenbereichen wie der zivilen Sicherheitsforschung. Das Konzept beschreibt interdisziplinäre Perspektiven unter Einbezug rechtlicher Aspekte. Das forschungsethische Konzept eignet sich für Forschung in aktuellen Themenfeldern rund um Sicherheitsgefährdungen (z. B. digitale Interaktionsrisiken wie Cybergrooming), die mit Kindern erfolgen sollte. Die Publikation gibt Impulse für neue zeitgemäße Modelle der Media Governance, die kindzentrierte Ansätze in den Fokus stellen. Zudem werden zentrale Reflexionskriterien vorgestellt, die Forscher*innen Orientierung bieten können.

 

http://hdl.handle.net/10900/156982 
http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1569823 
http://dx.doi.org/10.15496/publikation-98314 
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1569829 
http://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:bsz:21-dspace-1569828 

Friedenspädagogische Methoden zum erfahrungsbezogenen und interaktiven Lernen

Die friedenspädagogischen Methoden der jeweiligen Bausteine beruhen auf erfahrungsbasiertem 
und interaktivem Lernen. Sie eignen sich zur Vertiefung im Rahmen von themenbezogenen 
Projekten, Arbeitsgemeinschaften, Seminarfächern und Wahlpflichtkursen sowie für Workshops der 
politischen Bildungsarbeit.  Sie umfassen beispielsweise Methoden zu Privilegienbewusstsein (Privilegiencheck), Diskriminierungssensibilität und Konfliktanalysen im Fluchtkontext. Sie gehen auf Phasen der Arbeitsmarktintegration oder bieten Impulse für einen Perspektivenwechsel auf die Arbeitsmarktintegration. Und sie sensibilisieren dafür, verschiedene Formen von Gewalt zu erkennen. Durch die Arbeit mit dem inneren Team oder das Rollenspiel "Insel Refugia" werden unterrichtspraktische Methoden und Materialien für Bildungsreferent*innen und Lehrkräfte der gesellschaftlichen Fächer und Fächerverbünde aufbereitet.
Die Methoden sind in der Broschüre des durch das Bundesministerium für Bildung und 
Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojekts „Willkommenskultur 
und Demokratie in Deutschland“ veröffentlicht. 

Friedensbildung an Schulen: Entwicklungen, Potenziale, Impulse, Empfehlungen, State-of-the-Art Report Friedensbildung

Besonders seit dem Krieg in der Ukraine wird in Gesellschaft, Politik und Medien diskutiert, wie eine Abkehr von Krieg und Gewalt möglich wird und eine friedliche Zukunft gelingen kann. Friedensbildung im formalen Schulsystem kann hierbei einen wichtigen, gewaltpräventiven Ansatz bieten. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Praxisansätze und Verständnisse von Friedensbildung, geben meine Kolleg*innen Assia Bitzan, Anne Kruck, Uli Jäger und ich in einem State-of-the-Art Report einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Ansätze und Chancenpotenziale der Friedensbildung im deutschsprachigen Raum. In dem Report haben wir vorliegende Erkenntnisse aus Theorie und Praxis systematisch zusammengetragen und ausgewertet, um daraus Empfehlungen für Forschung, (schul-)politische Entscheidungsträger*innen sowie für die pädagogische Praxis an Schulen abzuleiten.

Impulse für die Friedensbildung: Einblicke in ausgewählte Bezugswissenschaften

 

Für die Weiterentwicklung der Friedensbildung in ihrer inter- und transdisziplinären Ausrichtung bedarf es einer theoretischen Fundierung aus verschiedenen Bezugswissenschaften. Das vorliegende Paper setzt daher ausgewählte Impulse aus der Friedensforschung, der Pädagogik, der Soziologie, der Sozialpsychologie, den Neurowissenschaften, der Genderforschung und den Medien- und Kommunikationswissenschaften in Bezug zu Friedensbildung. Systemisch-konstruktivistische Lerntheorien beschäftigen sich mit der Frage, wie Ergebnisoffenheit im formalen Schulsystem praktiziert werden kann und was die Chancen und Grenzen sogenannter Ermöglichungsdidaktik sind. Aus der Perspektive dekolonialer Friedens- und Konfliktforschung wird die Rolle von epistemischer Gewalt nach Claudia Brunner für die Friedensbildung erörtert. Neurowissenschaften erforschen unter anderem Kooperativität und Empathiefähigkeit von Menschen, weshalb Transfermöglichkeiten neurobiologischer Erkenntnisse von Joachim Bauer und Gerald Hüther zu Friedensbildung herausgearbeitet werden. In Bezug auf Ergebnisoffenheit werden Hartmut Rosas soziologische Impulse zu Resonanz in Lehr-Lern-Beziehungen aufgegriffen. Darüber hinaus werden soziologische Erkenntnisse aus aktuellen empirischen Studien zusammengefasst, die Einblicke in die Lebenswelt von Schüler*innen im deutschsprachigen Raum geben. Anschließend wird am Beispiel der Genderforschung aufgezeigt, welche Bedeutung kritische Theorien, soziale Bewegungen und eine intersektionale Ausrichtung für die Friedensbildung haben. Ein Kapitel zu Medienwissenschaften geht schließlich auf neue Gewaltformen im Internet ein und zeigt Ansätze auf, wie Friedensbildung die Digitalisierung von Alltag und Bildung aktiv mitgestalten kann.

Inspirationen für die Friedensbildung: Aktuelle Transformationsinitiativen im Bildungswesen

Nicht erst seit der Corona Pandemie gibt es von verschiedenen Initiativen Bestrebungen, eine Transformation von Schule anzustoßen. Viele verweisen auf Defizite im derzeitigen Bildungssystem sowie den dringenden Bedarf, Schüler*innen auf die globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorzubereiten. Verschiedene Initiativen teilen die Ansicht, dass die Art, wie gelernt und gelehrt wird, oft nicht mehr zeitgemäß ist, sondern neue Formen des Lernens und des Zusammenarbeitens in einer zunehmend digitalisierten Welt entwickelt und ausgestaltet werden müssen. Das Paper gibt Einblicke in verschiedene Initiativen, die an einer Transformation des Bildungssystems in Deutschland beteiligt sind. Bislang gibt es wenig Berührungspunkte zwischen Netzwerken der Friedensbildung und Netzwerken der im Paper beschriebenen Bildungsreformbestrebungen. Jedoch sind Synergien zwischen den hier genannten Transformationsinitiativen und der Friedensbildung denkbar. Das vorliegende Paper identifiziert verschiedene Anknüpfungsmöglichkeiten, beispielsweise sich überschneidende Forderungen hinsichtlich einer Transformation des Selbstverständnisses von Lehrkräften in Richtung Lernbegleiter*innen, die Gestaltung von Schule als Lebensraum, die Betonung von sozial-emotionalem Lernen oder die Wahrnehmung von Schüler*innen als ,change agents‘. Abschließend wird argumentiert, inwiefern es für die Schärfung des Profils der Friedensbildung wichtig wäre, ihre Kernthemen (Krieg, Konflikt, Gewalt und Frieden) in den Initiativen und Netzwerken zur Transformation von Bildung stärker sichtbar zu machen.

Deepfakes. Technikfolgen und Regulierungsfragen aus ethischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive

Das Buch unterzieht Deepfakes eine Technikbewertung und beschreibt die Auswirkungen von Deepfakes aus einer ethischen- und sozialwissenschaftlichen Perspektive. Dabei geht das Buch auf Regulierungsfragen anhand einer Governance-Analyse ein. Abschließend finden sich Handlungsempfehlungen zu:

  •  Fragen eines generellen Verbots
  • Entwicklungsinfrastrukturen und sozialer Kontext der Deepfake-Entwicklung
  • Infrastruktureller und sozialer Kontext der Verbreitung von Deepfakes
  • Nationale, supranationale und internationale Regulierung
  • Plattformpolicies/-selbstregulierung
  • Technische Normen und KI-Zertifizierung
  • Deepfake-Detektion
  • Forschungsförderung
  • Authentifizierung
  • Förderung professioneller Faktenprüfung
  • Selbst- und Opferschutz
  • Berufsethik
  • Bildung und Medienkompetenz.

Deepfakes – manipulierte oder synthetische audiovisuelle Medien, meist erzeugt mit Hilfe von KI – finden in verschiedensten Kontexten Anwendung: von Politik über Pornografie und Kriminalität bis hin zu Wirtschaft, Strafverfolgung, Kunst, Satire, Bildung und Aktivismus. Die Studie bietet erstmals eine holistische Technikbewertung der gesellschaftlichen und ethischen Auswirkungen von Deepfakes in diesen Kontexten und untersucht mögliche Reaktionen auf die neue Technologie – von (supra-)nationaler Regulierung bis hin zu KI-basierter Deepfake-Detektion. Sie richtet zudem konkrete Handlungsempfehlungen etwa an Politik, Forschungsförderung und BürgerInnen. Die enthaltene interaktive Lehreinheit fördert die Medienkompetenz zu Deepfakes

Mediation in Iran: A Course Manual. Project Peace Education in Iran. In cooperation with Tehran Peace Museum

Das Berghof Foundation's Peace Education und das Tehran Peace Museum haben ein Handbuch zur Mediation im Iran entwickelt. Es bietet einen Überblick über Mediationsmethoden, Konfliktstile, Eskalation und Deeskalationspotentiale von Konflitken, methodische Vorgehensweisen für Konfliktanalysen und gibt Impulse für die Rolle von Mediator*innen. Das Manual ist anwendbar in verschiedenen Konfliktphasen und für Insider- und glaubensbasierte Mediatoren.